Kielbootregatta – Zwei Herzen in einer Brust
Carsten hat für uns den folgenden Artikel verfasst:
Das Seglerherz, es ist schon manchmal etwas eigenartig.
Frühmorgens treffen TeilnehmerInnen einer Regatta im einem Segelclub dieses Landes ein und was zu hören ist, dass keiner unbedingt traurig wäre, wenn die Regatta wegen zu wenig oder zu viel Wind, mangelnder Teilnehmerzahl oder einem sonstigen Grund (die Liste lässt sich beliebig verlängern) „abgesagt“ wird.
So kam es dem Schreiberling dieses Artikels auch am 03.10.2026 zur diesjährigen Kielbootregatta im CNFT vor, weil doch die Hoffnung bestand, wegen des nicht vorhandenen Windes nicht auf das Wasser gehen zu müssen.
In der Sonne sitzen ist ja auch schön.
Die Regattaleitung sah das allerdings anders.
Da bekanntlich die Hoffnung zu letzt stirbt, also jederzeit damit zu rechnen ist, dass der Wind auffrischt, ggf. herbeigeführt durch Windtänze in Anlehung an Regentänze, wurde um 10:00 Uhr der Steuermannsbesprechung verkündet, es geht los.
Blick zur digitalen Windfahne
Zu der Zeit war allerdings mit Blick auf die Windfahne (natürlich bei den x2 verfügbaren Onlinediensten und nicht die am Grill) unklar, wie denn der zu segelnden Regattakurs aussehen werde. Ein Blick in die Segelanweisungen und Bahnmarkendiagramme machte auch nicht schlauer. Es schien, als wenn die Regattaleitung auf alles gefasst sein wollte und hatte zig verschiedene Varianten als mögliche Optionen eingestellt. Blieb nur, rechtzeitig am Start zu sein und sich vor Ort kundig zu machen. Und der siebente Sinn der Regattaleitung sollte recht behalten. Kaum das sich alle Boote auf den Weg machten, kamen der erste zarte Wind auf und ließen die Boote gemütlich Richtung Start segeln – verflogen war die Unlust und die Freude auf spannende Segelrennen stieg. Am Start angekommen, ließ der erste Start nicht lange auf sich warten und die Klasse der 2.4 legte los.
2.4R Boote mit maximaler Trimmmöglichkeit
Wer sich die 2.4 Boote genauer anschaut wird bemerken, dass sich aber auch alles was zum laufenden und stehenden Gut gehört, währrend des Segelns einstellen lässt. Allein der Mast lässt sich in alle Richtungen trimmen. Und die Steuerung erfolgt über die Füße. Es wird wohl sehr viel Erfahrung und Gefühl bedürfen, diese Boote schnell und sicher ins Ziel zu steuern. Am besten konnte es an diesem Tag Jörg Säger vom Joersfelder Segelclub, der den ersten Platz belegte.
Wenige Minuten später erfolgte dann der Start der J70 die mit vier von 5 gemeldeten Booten am Start waren. Leider sind nur zwei Boote im Ziel angekommen. Beide vom CNFT, wobei die Mannschaft mit Carsten, Markus, Gerard und Johanna das Rennen knapp für sich entscheiden konnten.
Und zuletzt wurde die Gruppe der Yardstick mit 24 Booten gestartet, wozu auch vier IF-Boote gehörten, die als eigene Klasse gewertet wurden. Den ersten Platz bei den IF-Booten belegte die Mannschaft von Carsten Edinger vom Segelclub Spandau. Bei den Yardsticks belegte das Boot von Stephen (CNFT) den ersten Platz (J22), gefolgt von Hans-Dieter (Yngling, auch CNFT).
Zweite Hälfte der Wettfahrt eher zäh mit Bahnverkürzung
Anmerkung: Ich möchte es ungern ansprechen, aber der Tanz der Winde war wohl nicht beindruckend genug. Denn schon nach ungefähr der Hälfte des ersten Rennens wollte der Wind schon wieder einschlafen und ließ sich nur mit Mühe zu dem einem oder anderen Windhauch hinreißen.
Es war eher wie ein Picknick auf dem See als wie bei einer Regatta. Alle Manöver gefühlt wie in Zeitlupe. Von weither her wahrgenommene Signale brauchten dann Erlösung: die Strecken wurden verkürzt und bei der Zieleinfahrt wurde verkündet, das es das für heute war. Zurück in den Hafen.
Zeit, das kulinarische Herz zu erfreuen
In der Würdigung des Essens während der Siegerehrung wurde dem Wildschwein (lief vor die Flinte), dem Jäger (war zur richtigen Zeit am richtigen Ort) und dem Koch (machte die Werkstatt zum Zerwirkraum) gedankt. Gedankt wurde für ein sehr leckeres Wildschweingulasch mit Kartoffelgratin. Aber auch der Flammkuchen für den kleinen Hunger vorab muss erwähnt werden, so schmackhaft und direkt aus einem Holzofen bekommt man den Flammkuchen nur selten. Und zum Nachtischbuffet muss nicht viel gesagt werden. Diverse Konditoreispezialitäten begleitet von belgischer Mousse au Chocolat bildeten den Abschluss des Essens.
Das Ende der Veranstaltung bildete die Siegerehrung. Nachdem alle Boote und Ihre Platzierung aufgerufen, die Erst-Platzierten ihre Preise entgegengenommen hatten, wurde allen gedankt, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben.
Danke, dass es euch gibt – es war eine rundum gelungene Veranstaltung.
Alle Regattaergebnisse im Detail:
Petra vom CNFT hatte noch folgende Anmerkungen zur Regatta:
Erstmals in diesem Jahr waren für jede Bootsklasse ein separater Preis für das beste reine Frauenteam ausgeschrieben.
In der Klasse der 2.4R Boote erhielt ihn Sabrina Häusser, in der Yardstick-Klasse Cordula Kaplick mit Nicole Lechner als Crew und bei den J70 Petra Schendel-Guigonis mit Laura Häusser und Manon Parent als Crew.
Alle drei Boote waren jeweils die einzigen reinen Frauenboote in ihrer Klasse.