24 heures 2026: jünger, länger und eine „ruhige“ Nacht

24 heures 2026: jünger, länger und eine „ruhige“ Nacht

3. Juni 2026 0 By Tramp

Warmlaufen für die 24 Stunden von Tegel

Ihr alle wisst, dass die 24 Stunden von Tegel nicht erst am Pfingstsamstag beginnen und am Pfingstsonntag enden. Wochenlange Vorbereitungen, teilweise monatelanges Trainieren sind der sportliche Teil der Regatta. Manch eine/r hat extra Segeln gelernt, um dabei sein zu können. 

Aber auch die Vorbereitungen für die Fete rund um die Regatta sind immer ein erheblicher Aufwand. Vom Einkaufen bis zur Lichterkette will alles bedacht sein. 

Die Freunde vom WSV 1922 und vom britischen sowie Amerikanischen Segelclub machen sich immer schon am Freitag auf den Weg vom Wannsee über die Schleusen Richtung Tegel. Die Begrüßung ist herzlich und es ist wie immer nett, neue Leute aus den südlichen Gefilden kennenzulernen. Bei einigen schwingt da schon fast ein mediterranes Flair mit, kein Wunder bei der größeren Nähe zum Süden.

Pfingstsamstag: 14 gemeldete und gestartete Boote

Am Pfingstsamstag ging es dann schon deutlich hektischer zu, alle Boote wurden fit gemacht. Der Wetterbericht, den die meisten seit Tagen ständig studiert hatten, versprach nicht viel. An vielen Stellen wurde schon gemunkelt, ob denn ein Start überhaupt möglich wäre. 

Aber zunächst war bis dahin noch Zeit, es wurde das Programm an Land und auf dem Wasser vorgestellt. Vom Snack zwischendurch bis zum Grillen am Abend, vom Frühstück am nächsten Morgen bis zur Rechnung am Nachmittag. 

Gemeldet hatten insgesamt 14 Boote, die sich dann auch alle (mehr oder minder) rechtzeitig in der Malche versammelten. 

 

Pfingstsamstag: 14 Uhr

Sonja schickte dann um Punkt 14 Uhr die 14 Boote auf die Strecke. Wie beim Wiener Opernball ging es immer linksherum auf dem Tegeler See. Hasselwerder blieb links liegen, über den See bis zur „Franzosentonne“ weit im Süden. Dann Richtung Norden, die Fahrwassertonnen an backbord liegen lassen und in die Malche. Die ist für ihre berüchtigten Dreher und Privatböen bekannt. Die Runde war dann zwischen der roten Tonne und den Landbeobachtern auf dem Steg beendet. 

Den Zuschauern auf dem Steg bot sich ein ungewohntes Bild. Kenner der Regatta staunten nicht schlecht, als die Gutemiene von den Tourenseglern als erste die Runde beendeten. Nahezu zeitgleich folgten die Calypso (CNFT) und das Jugendboot des CNFT. Die Führenden hatten eine Rundenzeit von 1:40 Stunden, viele lagen bei mehr als 2 Stunden. Die zweite Runde ging bei auffrischendem Wind schon deutlich schneller. Viele Boote schafften das in weniger als einer Stunde. 

 

 

Es wird Nacht

Je nachdem, wie die Steuerleute ihre Boote um den Kurs steuerten, kamen sie mehr oder weniger weit in die Nacht hinein zum nächsten Crewwechsel an den Steg. Und damit wurde viel entschieden für die Crews, die die dunklen Stunden zu segeln hatten. Oder aber auch, wer den Sonnenuntergang oder (teilweise auch und) den Sonnenaufgang erleben durfte. 

Der Wind hatte zunehmend abgeflaut und die Seemeilen auf dem Wasser zogen sich gefühlt endlos. Zum Glück hatten die meisten sich schon an Land stärken können, als Jacko und seine Crew zu Gegrilltem und einem am selben Morgen gefangenen Hecht gerufen hatten. Ganz ehrlich, die Schlange vor dem Grill war so lang wie noch nie gewesen und wurde immer wieder verlängert.

Mit vollem Magen ging es entweder aufs Boot oder man genoß die Stunden gemütlich an Land. 

Der flaue Wind sorgte dafür, dass so manche Crew vergeblich auf den Wechsel am Steg wartete und unverrichteter Dinge ins Bett oder den Schlafsack gehen musste. 

 

Längste Runde: 9 Stunden 45 Minuten!

In der Nacht wurde damit auch die längste Runde der Geschichte der 24 Stunden mit fast 10 Stunden gesegelt. Das ist Durchhaltevermögen. Die Lotterliese startete kurz vor 22:30 am Samstag nach dem Grillen und war rechtzeitig zum Frühstück um kurz nach 8 wieder an der Tonne. Aber auch die anderen Boote waren recht langsam unterwegs. Kein Boot blieb unter 6 Stunden für die „Nacht der langen Messer“-Runde. Alle hatten auch ausgiebig Zeit zum Fotografieren, zumindest wenn ich die zugesandten Bilder Revue passieren lasse. 

 

Am Morgen ging es dann bei langsam zunehmendem Wind, der allerdings auch immer wieder Aussetzer hatte, weiter. Alle blickten auf die Uhr, um 14 Uhr am Pfingstsonntag war dann Schluss. Die Wettfahrtleitung zog sich zurück und kam zügig mit den Ergebnissen zurück.

 

Sportliche Resultate

Das Boot mit den meisten Runden, nämlich 13 an der Zahl war die Calypso, also die Titelverteidiger. Platz zwei mit 12 Runden war die Gutemiene von den Tourenseglern, Platz drei die Trullala, die im Vorjahr bei doch deutlich widrigeren Bedingungen mit Abbruch der Wettfahrt und einer Kenterung ausgeschieden war. 

Den vierten Platz belegte unser Jugendboot, Platz fünf das CNFT-Frauenboot. 

Hier die Rundenzeiten, die Tonnenpassagezeiten und die Endergebnisse.

 

 

Es ist noch wirklich erwähnenswert, dass die Platzierung nichts mit dem Spaß an der Regatta zu tun haben muss. Gerade die weniger erfahrenen Crews hatten eine Mordsgaudi. 

 

 

Andere Resultate

Ein weiteres Resultat der 24 heures de Tegel war, dass im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Jugendliche an der Regatta teilgenommen haben. Mit dem Wassersportverein Insel Scharfenberg e. V. kommen ja traditionell eine Reihe von Jugendlichen zur Regatta, aber in diesem Jahr waren bei der Siegerehrung doch merklich mehr junge Segler dabei. 

Die Regatta macht halt mit dem ganzen drumherum Spaß. Die Boote sind aus einer Klasse und somit spielt das Material eine vielleicht nicht ganz so große Rolle. Erfahrung, Können und eine gewisse Portion Glück sind auch wichtig im Ringen um die Stunden in der Nacht.

Aber wahrscheinlich sind die Resultate nicht so wichtig wie die Erlebnisse und schönen Stunden auf dem Wasser.

 

In diesem Sinne:

Wir sehen uns Pfingsten 2027, schon mal vormerken!

 

 

 

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